EU-Umweltausschuss gibt starkes Signal zur CO2-Reduzierung bei Pkw

Der Umweltausschuss im Europäischen Parlament hat den Initiativbericht zur Minderung der CO2-Emissionen von Autos angenommen. Der SPD-Europaabgeordnete und Automobilexperte im Umweltausschuss, Matthias Groote zeigte sich sehr erfreut: "Das war das richtige Signal. Die Automobilindustrie hat seit 1998 Zeit gehabt, sich auf ehrgeizige CO2-Grenzwerte vorzubereiten. Die freiwillige Selbstverpflichtung der Autobauer zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist gescheitert. Ab 2009 müssen die Automobilhersteller verbindlich jährlich ihre durchschnittlichen CO2-Emissionen reduzieren, um 2012 allein durch technische Maßnahmen 120 g CO2/km zu erreichen. Dies hat der Ausschuss so beschlossen."

In allen Bereichen müsse CO2 eingespart werden, auch im Automobilsektor, und diese Einsparungen müssten jetzt erzielt werden, damit es in 20, 30 Jahren positive Effekte auf das Klima gebe, ergänzte Groote.

Die Europaabgeordneten forderten ebenfalls quantifizierbare Maßnahmen als zusätzliche Mittel um das Ziel von 120 g CO2/km bis zum Jahr 2012 zu erreichen. "Sparsames Fahren ist eine schöne Sache, dabei ist der CO2-Reduzierungsgrad allerdings nicht messbar.“ Man brauche jedoch messbare Daten und außerdem beispielsweise die Einführung neuer Regeln für Reifen, die eine Reduzierung von bis zu 7 g CO2/km bewirken können, fordert Groote.

Hintergrund: Am 07.02.2007 hat die EU-Kommission eine Mitteilung zur Überarbeitung der Strategie von 1995 zur CO2-Reduzierung im Automobilsektor herausgebracht. Ein Teil der Strategie beruht auf der freiwilligen Selbstverpflichtung der europäischen Automobilindustrie, im Jahr 2008 einen Flottendurchschnitt von 140 g CO2/km zu erreichen. In 2006 betrug der Durchschnitt ca. 160 g CO2/km. Die Selbstverpflichtung wird jedoch wahrscheinlich nicht eingehalten. Der Umweltausschuss hat sich deshalb für folgende Punkte ausgesprochen: Festlegung von verbindlichen Jahresemissionszielen ab 01.01.2009, damit ab 01.01.2012 alle Pkw, die auf den Markt kommen, den Wert von 120 g CO2/km dank technischer Maßnahmen am Fahrzeug nicht übersteigen; zusätzliche Maßnahmen zur CO2-Reduzierung müssen quantifizierbar sein.
Die Abstimmung im Plenum ist für November vorgesehen.